Wahlrecht ab 16 bei Landtagswahlen in NRW – ein wichtiger Schritt für mehr Jugendbeteiligung

Die Demokratie in Nordrhein-Westfalen macht einen bedeutenden Schritt nach vorn:
Ab der Landtagswahl 2027 dürfen Jugendliche bereits ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben. Der Landtag NRW hat diese Änderung am 17. Dezember 2025 mehrheitlich beschlossen. Damit wird ein langjähriges Anliegen vieler Jugend- und Demokratieinitiativen endlich Realität.

Auch wir Offenen Klever begrüßen diese Entscheidung ausdrücklich.

Junge Menschen wollen und können mitentscheiden

Politik betrifft junge Menschen ganz unmittelbar – oft sogar stärker als ältere Generationen. Entscheidungen zu Bildung, Klimaschutz, Mobilität, Digitalisierung oder sozialer Infrastruktur prägen ihre Lebensrealität und ihre Zukunftsperspektiven. Es ist daher nur folgerichtig, dass Jugendliche nicht nur Objekt politischer Entscheidungen sind, sondern auch Subjekt demokratischer Mitbestimmung.

Das Wahlrecht ab 16 setzt ein wichtiges Signal:
Junge Menschen werden ernst genommen. Ihnen wird Vertrauen entgegengebracht. Und ihre politische Meinung zählt.

Zahlreiche Erfahrungen aus Kommunal- und Europawahlen zeigen bereits, dass Jugendliche sehr wohl verantwortungsbewusst wählen. Politisches Interesse entsteht nicht automatisch mit dem 18. Geburtstag – es wächst dort, wo Beteiligung möglich ist.

Ein konsequenter Schritt in der demokratischen Entwicklung

In Nordrhein-Westfalen dürfen Jugendliche bereits seit Jahren ab 16 Jahren an Kommunalwahlen teilnehmen. Auch bei Europawahlen gilt dieses Wahlalter. Die Öffnung der Landtagswahl schließt nun eine Lücke und sorgt für mehr demokratische Konsequenz.

Gerade der Landtag trifft Entscheidungen mit enormer Tragweite: Schulpolitik, Hochschulen, Landesverkehr, Klimaziele, innere Sicherheit oder Förderprogramme für Städte und Gemeinden. Dass junge Menschen hier künftig mitbestimmen dürfen, stärkt nicht nur ihre politische Bildung, sondern auch die Legitimation parlamentarischer Entscheidungen.

Jugendbeteiligung endet nicht an der Wahlurne

So wichtig das Wahlrecht ab 16 ist – echte Beteiligung darf hier nicht stehen bleiben. Demokratie lebt nicht allein von Wahlen, sondern vom kontinuierlichen Mitwirken, Diskutieren und Gestalten.

Deshalb fordern wir Offenen Klever seit Jahren konsequent die Einrichtung eines Jugendparlaments in Kleve.

Ein Jugendparlament bietet jungen Menschen die Möglichkeit,

  • ihre Anliegen strukturiert einzubringen,
  • kommunalpolitische Prozesse kennenzulernen,
  • Verantwortung zu übernehmen und
  • Politik nicht nur zu beobachten, sondern aktiv mitzugestalten.

Diese Forderung haben wir immer wieder in die politische Diskussion eingebracht – im Rat, in Ausschüssen und in der Öffentlichkeit. Denn wir sind überzeugt: Wer früh erlebt, dass die eigene Stimme zählt, bleibt auch später engagiert.

Demokratie lernen heißt Demokratie erleben

Jugendparlamente sind keine „Spielwiese“, sondern ernstzunehmende Beteiligungsformate. In vielen Kommunen – auch in NRW – zeigen sie seit Jahren, wie konstruktiv junge Menschen Politik gestalten können, wenn man ihnen Raum und Vertrauen gibt.

Gerade auf kommunaler Ebene, wo Entscheidungen oft sehr konkret und lebensnah sind, ist Jugendbeteiligung besonders wirksam. Ob Schulwege, Freizeitangebote, Sportflächen oder Klimaschutzmaßnahmen – junge Menschen haben hier wertvolle Perspektiven.

Dass wir als Stadt Kleve hier bislang hinter den Möglichkeiten zurückbleiben, sehen wir kritisch. Umso wichtiger ist es, jetzt erneut und mit Nachdruck auf die Einführung eines Jugendparlaments zu drängen.

Unser Fazit

Das Wahlrecht ab 16 bei Landtagswahlen ist ein wichtiger und richtiger Schritt für unsere Demokratie. Er stärkt politische Teilhabe, fördert Verantwortungsbewusstsein und gibt jungen Menschen eine Stimme dort, wo über ihre Zukunft entschieden wird.

Für uns Offene Klever ist klar:
Dieser Schritt muss auch auf kommunaler Ebene weitergedacht werden.

Mehr Mitbestimmung für junge Menschen – dauerhaft, strukturiert und ernst gemeint – bleibt unser Ziel. Ein Jugendparlament in Kleve wäre dafür ein starkes und längst überfälliges Signal.

Denn Demokratie lebt vom Mitmachen.
Und das in jedem Alter.

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