Am falschen Ende gespart:Stelle der Klimaanpassungsmanagerin soll nicht verlängert werden

Stellungnahme der Wählergemeinschaft Offene Klever:

Die Wählergemeinschaft Offene Klever hält die Entscheidung, die Stelle der Klimaanpassungsmanagerin nach Juni 2027 nicht zu verlängern, für einen großen Fehler.

Gerade jetzt, da die Folgen des Klimawandels auch in Kleve immer spürbarer werden, durch zunehmende Hitzeperioden, Starkregenereignisse und Trockenheit, braucht unsere Stadt Fachkompetenz und Kontinuität. Klimaanpassung ist keine freiwillige Zusatzaufgabe, sondern eine zentrale Zukunftsaufgabe für eine lebenswerte und widerstandsfähige Stadt. Das von der Stadt selbst beschlossene Klimaanpassungskonzept sieht ausdrücklich vor, diese Aufgabe dauerhaft personell zu verankern.

Wer in diesem Zusammenhang von einer „Doppelbesetzung“ spricht, verkennt den grundlegenden Unterschied zwischen Klimaschutz und Klimafolgenanpassung. Klimaanpassung beschäftigt sich mit der Frage, wie unsere Stadt auf bereits eintretende Folgen des Klimawandels vorbereitet wird, etwa durch Hitzeschutz, Entsiegelung, mehr Stadtgrün oder Vorsorge gegen Starkregen. Beide Aufgaben ergänzen sich, sie ersetzen sich nicht.

Viele Menschen in Kleve erwarten zu Recht, dass ihre Stadt alles unternimmt, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Umso unverständlicher ist es, ausgerechnet an dieser Stelle zu sparen. Gleichzeitig wird deutlich gegen unsere Stimmen der Bau einer rund 20 Millionen Euro teuren Unterführung vorangetrieben, ein Projekt, das weitere Flächen in der Innenstadt versiegelt und aus unserer Sicht falsche Prioritäten setzt.

Auch der Hinweis auf Fördermittel greift zu kurz. Fördergelder sind Steuergelder und müssen verantwortungsvoll eingesetzt werden. Wer geförderte Strukturen nach kurzer Zeit wieder aufgibt, verspielt Know-how, Kontinuität und Glaubwürdigkeit.

Für die Offenen Klever ist klar: Klimaschutz und Klimaanpassung dürfen nicht zu den ersten Opfern kommunaler Sparpolitik gehören. Wer heute bei der Vorsorge spart, wird morgen deutlich höhere Kosten tragen müssen.

Wolfgang Linsen, Vorsitzender &
Sachkundiger Bürger Ausschuss für Klima-, Umwelt- & Naturschutz

Nach oben scrollen